Freitag, 3. August 2007

Chinas Machenschaften

Gerade kam auf 3sat die 3sat Börse mit dem Thema China. Die Einstellungen Chinas finde ich teilweise einfach haarsträubend. Manches davon erinnert auch stark an das sozialistische System in der Sowjetunion. Zum Beispiel werden auf zahlreichen Sportschulen Kinder ab 3 Jahren quasi für die olympischen Spiele hochgezüchtet. Dabei sehen die Kinder oft jahrelang ihre Eltern nicht, schlafen in unbeheizten Räumen und werden jeden Tag bis an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit getrieben. Von der Verpflegung her soll es vielen zwar dort besser gehen, weil die Bedingungen dort besser, als auf dem Land sind. Dafür leiden die Kinder aber auch unter extremem Heimweh. Die Trainer gehen mit den Kindern eigentlich nicht um, wie mit Menschen, sondern wenn man sich das bei den (Über-)Dehnübungen so anschaut, gehen sie mit den Kindern um wie mit Gegenständen. Die werden einfach so herumgerissen und fallen hinterher wie ein Klotz auf die Matte und man sieht dann ihr schmerzzerfurchtes Gesicht. Es kommt noch besser: Für die kommenden olympischen Spiele möchte - oder besser gesagt verlangt - China mindestens 119 Medallien!
Ist eigentlich schon mal wem aufgefallen, dass bei russischen Paraden immer gutes Wetter ist? So soll das bei den Feiern zu den olympischen Spielen in Peking nächstes Jahr auch sein und zwar mit Hilfe von Raketen, die die Wolken einfach kaputtschießen und so das Licht durchlassen. Die Sandstürme mit gelbem Sand in Peking und der Smog sollen binnen eines Jahres fast komplett aus der Stadt verbannt werden und Peking will sich als saubere Stadt präsentieren. Dafür wird schon seit Jahren gearbeitet. An anderen Stellen herrscht aber noch immer so extreme Umweltverschutzung, dass daran jährlich über 700.000 Menschen sterben. Mit anderen Worten: China züchtet Profisportler und beeinflusst das Wetter. Vom Staat gefördert. Also wenn sich das nicht sozialistisch anhört, dann weiß ich auch nicht.
Und die altbekannte Produktpiraterie gibt es ja auch noch. Die Regierung will angeblich was unternehmen, scheint aber machtlos. Fast von allem gibt es billige Fälschungen, die der europäischen und amerikanischen Wirtschaft schaden. Aber was meinen die Chinesen: Eine europäische Firma sollte doch besser stolz darauf sein, wenn ihre Produkte gefälscht werden.
Man muss auch noch die Arbeitsbedingungen erwähnen, denn die sind schlecht. Die Arbeiter wohnen teilweise in den Fabriken und arbeiten über 12 Stunden für einen Hungerlohn. Dabei dürfen sie noch nichtmals miteinander reden. Die Produkte werden dann in Europa und den USA verkauft. Nur wie sollen wir noch ohne die Produkte auskommen? Man kann ja mal versuchen, eine Spielekonsole zu bekmmen, die nicht aus einem Billiglohnland kommt. Das wird bestimmt schwer.
Zu guter letzt: Die vielen Einzelkinder in China. Sie werden verwöhnt und stehen unter starkem Leistungsdruck zugleich. Dem versuchen viele durch online games zu entfliehen. Das artet dann jedoch oft in einer Sucht aus, die dazu führt, dass ein Kind wegen eines Streites in einem Spiel, seinen Gegner sogar umgebracht hat oder die Kinder gar nicht mehr schlafen können. Nervenbahnen werden einfach deaktiviert und das Moralgefühl verschwindet teilweise völlig.
Also positiv finde ich diese Entwicklungen in China nicht, auch wenn es bestimmt positive gibt, die uns aber oft verschwiegen werden oder unter den negativen unter gehen.

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